Am nächsten Morgen segelten wir zurück nach Corfu. Der Wetterbericht sagte ordentlich Wind für den Folgetag voraus, dennoch entscheiden wir uns, wieder in der Bucht Garitsas vor Anker zu gehen. Nach einer schönen Überfahrt brauchten wir diesmal drei Anläufe, bis unser Anker gut eingefahren war, um auch bei starkem Wind das Boot gut zu halten. Nach einer etwas schaukeligen Nacht (mit wenig Wind) haben wir uns aufgrund der Windvorhersage auf einen Bordtag eingestellt. Es war mal wieder Zeit, den “Blonden” für unseren nächsten Gast auf Vordermann zu bringen.
Doch mit zunehmendem Wind aus Südost nahm in der für diese Windrichtung eher ungeschützten Bucht auch der Seegang zu, so dass el Rubio doch ordentliche Schiffsbewegungen machte. Ich wollte jedoch unbedingt auch mal stärkeren Wind bei Tag vor Anker abwettern. Nici war davon zunehmend weniger begeistert und freute sich eigentlich auf Duschen im Hafen. 🙈
Letztendlich hat der Anker gut gehalten und etwas mühsam konnten wir auch klar Schiff machen. Beim Kochen unter Deck wurde mir durch die Schiffsbewegungen etwas blümerant. Nachdem die Fische gefüttert wurden, schmeckte das Abendessen an Deck aber trotzdem wieder hervorragend. 😂
Nach einer wieder ruhigen Nacht klingelte der Wecker früh morgens. Silke landete um kurz nach 08:00 Uhr in Corfu und Nici verwandelte unseren Blonden in ein Geburtstagsboot! Ja richtig – “el Kapitano” wurde ein Jahr älter. Ich holte noch kurz frisches Brot und anschließend Silke vom kurzen Anleger mit dem Dingi ab. Dann gab es ein tolles Geburtstagsfrühstück. 🥳
Etwas später gingen wir Anker auf und segelten gemeinsam nach Plataria und gingen dort nach einem schönen Segeltag bei ruhigem Wetter vor Anker. Mit dem Dingi ging es an Land, wo wir zunächst lecker zu Abend gegessen und anschließend den Abend bei einem Cocktail ausklingen lassen haben. Danke für den schönen Geburtstag! 😊
Am nächsten Tag haben wir uns ein Auto gemietet und sind damit zu den etwa 180 km entfernten Meteora-Klöstern gefahren. Die Meteora-Klöster sind eine Gruppe von orthodoxen Klöstern in Zentralgriechenland, die auf spektakulären Sandsteinfelsen errichtet wurden. Sie befinden sich in der Nähe der Stadt Kalambaka am Rande der Thessalischen Ebene. Diese Klöster gehören zu den wichtigsten und beeindruckendsten religiösen Stätten in Griechenland und sind UNESCO-Weltkulturerbe.
Die ersten Mönche kamen im 11. Jahrhundert nach Meteora. Die Klöster wurden jedoch hauptsächlich im 14. und 15. Jahrhundert erbaut. Ursprünglich gab es 24 Klöster, von denen heute noch sechs bewohnt und für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese sind Megalo Meteoro (Großes Meteora-Kloster), Varlaam, Rousanou, Agios Nikolaos Anapafsas, Agios Stefanos und Agia Triada. In letzterem wurde sogar ein James Bond Film gedreht.
Die Klöster waren wirklich sehr beeindruckend! Etwas unruhig war ich bei der Besichtigung dann doch, da meine Verbindung zum Ankeralarm verloren ging. Unsere Freunde aus Brasilien, Marcelo und Barbara, sind am Nachmittag auch nach Plataria gekommen und haben direkt neben el Rubio geankert. Bei deren Ankunft gab es unvorhergesehene Windböen von 30 Knoten! Nach einer halben Stunde beruhigte sich der Wind aber wieder und unser Anker hat zum Glück gut gehalten. Danke Marcelo und Barbara fürs Aufpassen und für die regelmäßigen Informationen, die mich sehr beruhigt haben. 👍
Auf dem Rückweg von den Klöstern sind wir unterhalb noch zufällig auf eine Weinverkostung gestoßen. Tolle Weine und ein sehr leckerer Tsipero. Natürlich mussten wir hier gleich ein paar Weinflaschen mitnehmen. Nach einem traditionellen griechischen Abendessen ging es zurück nach Plataria. Von dort mit dem Beiboot wieder zurück zum Blonden. Der Wind war mittlerweile komplett eingeschlafen. Beim vorbeifahren weckten wir noch Marcelo und Barbara, die leider schon geschlafen hatten. Wir wollten uns aber noch unbedingt mit einer Flasche Wein bei ihnen bedanken. 🍷
Am nächsten Morgen ließen wir es erst mal ruhig angehen. Ein griechischer Fischer war bereits am Angeln, fuhr schon eine Weile um unser Boot herum und zog einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser. Ich winkte mal freundlich rüber und schon kam er angefahren und lud mich ein, auf sein Boot zu kommen. Zack, befand ich mich auf dem Fischerboot. Obwohl er kein Englisch und ich kein Griechisch sprach, verstanden wir uns auf Anhieb gut. Er machte einen Köderfisch (lebendig) an die Angel, ließ diese ins Wasser und drückte mir die Angel in die Hand. Kurz darauf biss auch schon ein großer Blaufisch an. So durfte ich ihn eine gute halbe Stunde begleiten und zog einige Fische aus dem Wasser. Nachdem mich der freundliche Fischer wieder zurück brachte, gab er uns drei große Blaufische, die ich mit seiner Angel rausgezogen hatte. Als ich ihn fragte, was er dafür bekäme, wollte er nichts! Unfassbar, wie gastfreundlich die Griechen sind. Nici hatte schon ein Tütchen mit Getränken und einer kleinen finanziellen Aufmerksamkeit vorbereitet, die wir ihm überreicht haben. 🤩
Die Fische waren natürlich noch nicht ausgenommen. Also erst mal Youtube-Video studiert und dann mit dem schärfsten Messer an Bord (Danke an Ralf und Margarete) “Learning by doing”. Das wurde natürlich bildlich festgehalten. Am Ende war es einfacher als gedacht und die Fische wanderten so vorbereitet und gewaschen im Kühlschrank.
Fortsetzung folgt… 😜